Indonesiens Investitionsausblick für 2019

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Indonesien hat in den letzten Jahren ein stabiles Wachstum von über fünf Prozent verzeichnet. Stetige Investitionsströme haben es Indonesiens Wirtschaft außerdem ermöglicht, schnell zu expandieren. Außerdem hat Indonesiens Regierung diverse politische Veränderungen verkündet, welche überwiegend darauf abzielen, neue Chancen für ausländische Investoren zu schaffen.

Indonesiens Wirtschaftswachstum gewinnt umso mehr an Bedeutung, betrachtet man die Weltwirtschaft, welche durch den Handelskrieg zwischen den USA und China verlangsamt wird. Daher wird auch Indonesien stark von inländischen Investitionen und Haushaltsabgaben abhängig sein, um seine Wirtschaft im Jahr 2019 anzukurbeln.

Wirtschaft

Einer der Sektoren, die ein konstantes Wachstum vermerkt, ist die Kultur- und Kreativwirtschaft Indonesiens.

Der Sektor verfügt über ein herausragendes Wachstum von 992,58 Billionen IDR (64,7 Milliarden USD), welches 7,44 Prozent des BIP des Landes ausmacht. Außerdem beschäftigt der Sektor 14,3 Prozent der indonesischen Arbeitskräfte.

Unter der Jokowi-Regierung als „Kreativwirtschafts-Initiative“ bezeichnet, gilt der Sektor als Indonesiens zukünftiges Powerhaus. Die Regierung hat politische Anreize und unterstützende Maßnahmen initiiert, welche unter anderem vereinfachte Regulierungsverfahren für interessierte Investoren beinhalten. Jokowi hat die BEKRAF oder auch Indonesia’s Creative Economy Agency gegründet, um die Entwicklung und Koordinierung der Kulturwirtschaft in Indonesien zu fördern.

Die sechs Hauptziele des Gremiums sind:

  • Vereinen aller Ressourcen und des kreativen Potenzials Indonesiens, um eine unabhängige Kulturwirtschaft zu erreichen;
  • Schaffung eines günstigen Klimas für die Entwicklung der Kulturwirtschaft;
  • Förderung von Innovationen in kreativen Bereichen, welche Wettbewerbsfähigkeit und Mehrwehrt im internationalen Feld aufweisen;
  • Verständnis und Respekt der Allgemeinheit für die Kulturwirtschaft erreichen;
  • Bewusstsein und Verständnis für Eigentumsrechte, einschließlich des rechtlichen Schutzes des Urheberrechts, schaffen;
  • Entwerfen und implementieren von spezifischen Strategien, um Indonesien in der Welt der Kulturwirtschaften zu platzieren.

Die Kulturwirtschaft ist ein Konzept, welches sich auf neue Ideen und das Personalwesen fokussiert. Die aktivsten Akteure in diesem Sektor sind junge Unternehmer sowie kleine und mittelständige Unternehmen (KMUs), welche jedoch häufig mit limitiertem Kapital zu kämpfen haben. Laut Daten von BEKRAF und BPS aus dem Jahr 2017, können kleine Unternehmen keine Kredite aufnehmen, da sie weder als Gesellschaften mit beschränkter Haftung eingetragen sind, noch geistiges Eigentum erworben haben.

Die BEKRAF hat wiederum Investment Readiness Levels (IRL) eingeführt, um einen Maßstab für die Bewertung von Investitionsbereitschaft, Technologieanwendung und Marktwettbewerb zu schaffen.

Die Kulturwirtschaft in Indonesien umfasst 16 Teilsektoren. Darunter: App- und Spieleentwicklung, Architektur, Interieur/ visuelle Kommunikation/ Produktdesign, Mode, Film, Animation/ Video, Fotografie, Kunsthandwerk, Kochkunst, Musik, Verlagswesen, Werbung, darstellende Kunst, Fernsehen und Radio.

2016 zielte die BEKRAF auf drei Teilsektoren ab, darunter digitale Anwendungen, Film und Musik und wies die Regierung an, ausländische Direktinvestitionen in diesen Sektoren zu fördern.

Handel und Infrastruktur

In Indonesien herrscht derzeit ein Handelsdefizit, bei dem das Importvolumen gegenüber dem Exportvolumen weiter steigt. Die Regierung hat die Einfuhrsteuer auf insgesamt 1.140 Arten von Produkten erhöht, um auf das Ungleichgewicht zu reagieren. Laut Moody’s bleibt die BIP-Prognose für Indonesien jedoch stabil, berücksichtigt man die anhaltende Stärkung des Privatkonsums und einen Anstieg des Exportwachstums.

Da indonesische Aktien und Wertpapiere stark unterbewertet sind, wird erwartet, dass die Abwertung der Rupiah die Investitionen im Land anregt. Der neueste Bericht der OECD, welcher im November 2018 veröffentlicht wurde, sieht diese Deflation als eine Chance, Importe zu begrenzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte zu erhöhen. Ebenso werden höhere Investitionen im Exportsektor und in der Rohmaterialverarbeitung benötigt, um das Handelsdefizit zu bekämpfen.

Trotz der geringeren Exporte angesichts der Spannungen inmitten des Handelskrieges zwischen den USA und China, wird ein Gewinn von Marktanteilen durch die Verbesserung der Infrastrukturregulationen und der Vernetzung vermerkt. Regulatorische Korrekturmaßnahmen, welche mit der Viability Gap Funding (VGF) assoziiert werden, sowie Verfügbarkeitszahlungen sind darauf ausgerichtet, Investitionen von Unternehmen anzulocken. Der Indonesia Infrastructure Guarantee Fund (IIGF) wurde errichtet, um staatliche Sicherheiten für Projekte öffentlich-privater Partnerschaften zu arrangieren.

Investitionsklima

Indonesiens neue Regulationen bezüglich Steuerfreistellungen sind in dem neuesten Wirtschaftspaket des Landes enthalten, in welchem zwei neue Sektoren für Investitionen geöffnet wurden. Diese zwei sind die Digitalwirtschaft und die Verarbeitungsindustrie im Agrar- und Forstsektor. Unter diesen Regelungen können nun statt 153, 169 Geschäftsbereiche, welche in der Indonesian Standard of Industrial Classification (KBLI) gelistet sind, Steuerfreistellung beantragen.

Außerdem erlaubt es das Konzept der „Mini Tax Holiday“ Investoren, eine fünfjährige Kürzung der Körperschaftssteuer von 50% zu erhalten. Das Erhalten dieser Steuerkürzung setzt eine Mindestinvestition von 100 Milliarden IDR (7 Millionen USD) voraus.

Eine weitere Steuerregelung, welche Investitionen in Indonesiens Sonderwirtschaftszonen betrifft, wird derzeit ins Auge gefasst.

Indonesien belegt in dem Ease-of-Doing-Business-Ranking der Weltbank momentan Platz 73 von 190. Die Regierung unter Jokowi hat einen beträchtlichen Fortschritt in der Reform des regulatorischen Umfelds für Unternehmen gemacht. Reformiert wurde unter anderem das Durchsetzen von Verträgen, die Unternehmensgründung, Steuerzahlungen und der grenzüberschreitende Handel.

Ausblick für 2019

Aufgrund der Binnennachfrage, höheren Ausgaben der Regierung und Anlageinvestitionen bleibt Indonesiens Wachstumsprognose positiv.

Mit den Spannungen inmitten des US-China-Handelskrieges bleiben gewisse Risiken jedoch bestehen. Diese gelten zum Beispiel für die Volatilität der Rupiah sowie für die steigenden Rohölpreise, welche weiteren Druck auf das momentane Bilanzdefizit Indonesiens ausüben.

Danareksa, eine staatseigene indonesische Finanzinstitution, erwartet 2019 zwar eine Abschwächung der Wirtschaft, jedoch prognostiziert sie auch eine deutliche Beschleunigung von 5,3 bis 5,4 Prozent für das Jahr 2020.

Im dritten Quartal 2018 wuchs Indonesiens BIP um 5,17 Prozent. Indonesien bleibt die größte Wirtschaft in ASEAN.


 

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